über 35 Jahre Fachtagung Arbeitsschutz
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Presse

19.3.2009

Fachtagung Arbeitsschutz in Bocholt:

„Betriebliches Gesundheitsmanagement als integraler Bestandteil einer modernen Unternehmenskultur“

Dipl.-Ing. Gudrun Harlfinger - Fachstellenleiterin „Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren“

Die Betriebe müssen zunehmend auf immer weiter reichende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft reagieren.
Die Bedeutung sowie der Stellenwert von Gesundheit im 21.Jahrhundert unterliegen dabei einem gravierenden Wandel: Weg von der Reparatur von Krankheit – Hin zur Prävention, Ressourcenorientierung und Selbstverantwortung.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung und sich verändernder Einflussgrößen wie z.B. längerer Arbeitszeiten bei hoher Mobilität verändern sich die Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte in einer nie gekannten Art und Weise. Psychische Belastungen wie z.B. hohe Verantwortung, Zeitdruck und Informationsflut nehmen an Bedeutung zu.

Die Auswirkungen des demografischen Wandels, d.h. der zunehmenden Alterung der Erwerbsbevölkerung bei gleichzeitig abnehmender Zahl der Arbeitnehmer, stellen die Betriebe zusätzlich vor große Voraussetzungen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Depressionen, Stresserkrankungen, Diabetis II und Burnout als die häufigsten und kostspieligsten Krankheiten unserer Zeit ein.

Als Konsequenz für die betriebliche Gesundheitspolitik muss neben der klassischen Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten die Entwicklung von gesundheitsförderlichen Kompetenzen von Mitarbeitern und Führungskräften sowie eine Stärkung persönlicher, organisationaler und sozialer Ressourcen im Vordergrund stehen.

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Entwicklung eines ganzheitlichen Gesundheitskonzeptes. Dieses Betriebliche Gesundheitsmanagement muss konsequent in alle Prozesse, Strukturen und Managementsysteme integriert werden.

„Unter Betrieblichem Gesundheitsmanagement wird die Entwicklung betrieblicher Rahmenbedingungen, betrieblicher Strukturen und Prozesse verstanden, die die gesundheitliche Gestaltung von Arbeit und Organisation sowie die Befähigung zum gesundheitsförderlichen Verhalten von Mitarbeitern zum Ziel haben.“
(Badura 2003)

Ein ganzheitliches und nachhaltiges Betriebliches Gesundheitsmanagement muss folgenden Anforderungen entsprechen:

  • Überprüfung des Gesundheitsverständnisses
  • Entwicklung eines ganzheitlichen Konzeptes
  • Prozessorientierung
  • Partizipation der Mitarbeiter
  • Integration verhaltens- und verhältnispräventiver Maßnahmen
  • Ressourcenorientierung

Ziel Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist es, dass die Themen Gesundheit und Krankheit im Rahmen der vorherrschenden betrieblichen Werte, Normen und Verhaltensweisen ein fester Unternehmensbestandteil werden.

Diesen ganzheitlichen modernen und systematischen Ansatz spiegelt die von der Fachstelle „Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren“ entwickelte und seit dem Jahr 2008 für unsere Mitgliedsbetriebe neu angebotene Seminarreihe wieder.

Seminare zum „Betrieblichen Gesundheitsmanagement“

  • Einführung in das Betriebliche Gesundheitsmanagement
  • Gesundheitsorientiertes Führen
  • Eingliederungsmanagement als Baustein des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
  • Gesundheitsauditoren und Gesundheitsbeauftragte
  • Gesundheitsgerechte Arbeitszeitgestaltung
  • Arbeitsgestaltung im demografischen Wandel
  • Ausbildung für betriebliche Gesundheitszirkel
  • Gesunde Belegschaften in Kleinbetrieben

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