über 35 Jahre Fachtagung Arbeitsschutz
über 35 Jahre Fachtagung Arbeitsschutz
Presse

17.4.2009

Rhein-Zeitung, Koblenz

Arbeitsschutz durch Dialog

Tagung der Maschinenbau- und Metall-Berufs­genossen­schaft in Zell – Lokale Unfallzahlen rückläufig

Der Arbeitsschutz in Unternehmen und Betrieben gewinnt immer größere Bedeutung. Neue gesetzliche Bestimmungen, aber auch die Veränderungen im Berufsleben sorgen für neue Herausforderungen für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer. Eine Fachtagung der Berufsgenossenschaft informierte in Zell über aktuelle Themen.

ZELL. Die Zahl der Arbeitsunfälle ist im vergangenen Jahr bundesweit wieder leicht gestiegen Gegenüber 2007 gab es 2008 ein Plus von 2.3 Prozent. Für die Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft (MMBG) Grund genug, auf die Notwendigkeit von Prävention in den Betrieben hinzuweisen. "Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bestimmen die Qualität des Arbeitsprozesses entscheidend mit", so der Leiter der Prävention der MMBG, Andreas Rentel (Düsseldorf), bei einer Fachtagung Arbeitsschutz in Zell an der Mosel.

Bei dieser Tagung in der Zeller Stadthalle informierten Vertreter der Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft über die neuen gesetzlichen Anforderungen an den Arbeitsschutz wie auch die Möglichkeit der Umsetzung in den einzelnen Betrieben und das Dienstleistungsangebot der Berufsgenossenschaft. Andreas Rentel: "Guter Arbeitsschutz ist kein Zufall, sondern braucht Prävention."

Erfreulich für die Region: Entgegen dem bundesweiten Trend sind die Arbeitsunfallzahlen in den Kreisen Cochem-Zell und Rhein-Hunsrück im vergangenen Jahr rückläufig. Wie Rüdiger Hoch von der Präventionsabteilung der MMBG in Zell mitteilte, sank die Zahl der Arbeitsunfälle in den beiden Kreisen im vergangenen Jahr gegenüber 2007 um 1,6 Prozent. "Dies ist eine erfreuliche Tatsache", so Rüdiger Hoch, der dieses Ergebnis auch auf die vermehrten Anstrengungen in Sachen Prävention in den Betrieben zurückführt. In den beiden Kreisen fallen 335 Betriebe mit 5391 Versicherten in den Zuständigkeitsbereich dieser Berufsgenossenschaft, mehr als 70 Prozent dieser Betriebe haben dabei weniger als zehn Beschäftigte.

Hauptursache für Arbeitsunfälle mit mein als der Hälfte aller Fälle ist nach wie vor der Umgang mit Maschinen. Eine weitere Ursache sind innerbetriebliche Transporte oder ein Absturz an Baustellen. Rüdiger Hoch: "Auch darum liegt unser Hauptaugenmerk bei der Prävention in der Region auf dem Umgang mit Maschinen, möglichst schon, bevor die neuen Maschinen in den Betrieben benutzt werden."

Berufskrankheit Nummer eins im Metallbereich ist weiterhin der Lärm. Hier bietet die Berufsgenossenschaft darum besondere Informationen und Hilfen an, wie Andreas Rentel in Zell betonte. Und Ulrich Reidt, Vorstandsmitglied der Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft, wies in Zell darauf hin, dass aufgrund der fortschreitenden Deregulierung die Bedeutung einer internen Festlegung beim Arbeitsschutz für die Betriebe und Unternehmen immer großer werde.

Eine erfreuliche Mitteilung für die Unternehmen hatte Volker Brinkmann von der Beitrags- und Betriebsabteilung der MMBG. Aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse im vergangenen Jahr kann die Maschinen- und Metallbaugenossenschaft die Beiträge erneut senken. Für die Unternehmen, die der BG angehören, werden sich beim Beitragssatz gegenüber 2007 Ersparnisse von rund sieben Prozent ergeben. "Wir sind der einzige Bereich der Sozialversicherung, der sinkende Beiträge verzeichnen kann, und das schon seit vier Jahren", so Heinz-Rudolf Neumann, der Pressesprecher der MMBG gegenüber der RZ. Allerdings wies er auch darauf hin, dass wegen der aktuellen Finanzkrise im kommenden Jahr wohl mit einer Steigerung der Beiträge zu rechnen sei.

Eingeladen zu dieser Fachtagung in Zell waren Unternehmer, Betriebsräte, Arbeitsmediziner. Sicherheitsfachkräfte und andere Experten aus der betrieblichen Praxis. Zu den Veranstaltern gehörten neben der Berufsgenossenschaft auch der Verband der Metall- und Elektroindustrie Rheinland-Rheinhessen, die IG Metall sowie die Kreishandwerkerschaften Mittelrhein und Mosel-Eifel-Hunsrück. Seit 40 Jahren gibt es solche Tagungen. "Wir stellen uns dabei der notwendigen Diskussion mit den Fachleuten im Betrieb", so Ulrich Reidt. Und er betont: "Ein Ziel dieser Fachtagungen ist es, dass möglichst allen Verantwortlichen im Arbeits- und Gesundheitsschutz deutlich wird: Effiziente Prävention beim Arbeitsschutz erfordert umfassende Information und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten. Ständiger Dialog ist wichtig." Dieter Junker