über 35 Jahre Fachtagung Arbeitsschutz
über 35 Jahre Fachtagung Arbeitsschutz
Presse

23.10.2009

Neue Ruhr - Zeitung, Essen

Weil Sicherheit auch Qualität ist

Rund 80 Unternehmer und Führungskräfte kamen zur Fachtagung der Genossenschaften in Goch zusammen

Katrin Reinders
Goch. Sie wollten mitbestimmen und haben für mehr Sicherheit gesorgt: die vier Azubis aus dem Klever Hause KHS (Kisters). Denn Malte Vervoorst, Jo­hann Sartison, Paul Becker und Tim Oster entwickelten einen Verbesse­rungsvorschlag für den sicheren Trans­port der Maschinen, "um Quetschgefah­ren zu verhindern", wie Silke Otto, Dienststellenleiterin bei der Maschinen­bau- und Metall-Berufsgenossenschaft in Düsseldorf, gestern erklärte.

Denn um die Sicherheit auf der Baustel­le, bei der Montage und in den Unter­nehmen drehte sich die Fachtagung Ar­beitsschutz im Sporthotel De Poort in Goch. Rund 80 Teilnehmer aus dem ge­samten Kreis Kleve und weit darüber hinaus lauschten dort den Referenten, die Wichtiges rund um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz vortrugen - weil sie "die Qualität des Arbeitsprozesses entscheidend mitbestimmen", lautete das Fazit.

Erschreckende Bilanz vor dem Hinter­grund der Tagung bildet ein Anstieg von meldepflichtigen Unfällen in den Betrieben der Maschinenbau- und Me­tall- sowie Hütten- und Walzwerks-Be­rufsgenossenschaften, ebenso wie in der BG Energie, Textil, Elektro. Um sechs Prozent nahmen die Unfälle in 2008 im Vergleich zum Vorjahr zu -"Unfallschwerpunkte bilden ganz klar die Baustellen: Abstürze von Gerüsten stehen an erster Stelle", so Otto.

Deshalb legen die Berufsgenossenschaf­ten seit vielen Jahren schon großen Wert darauf, Unternehmer und Füh­rungskräfte für die Sicherheit im Betrieb zu sensibilisieren und Mitarbeiter gut geschult ihren Beruf ausüben zu lassen. Mit Info-Schriften, Schulungen und Co. mache man Unternehmen aufmerksam und lasse das Thema Sicherheit nicht aus den Augen, erklärte Eduard Tigges von der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro.

"KHS ist dafür ein gutes Beispiel", so Ralf Claessen, Gewerkschaftssekretär und Betriebsrat der IG-Metall Krefeld.

Und noch etwas gehört dazu: die psy­chologische Belastung. Denn die habe in jüngster Zeit ebenfalls zugelegt, "die Arbeitswelt hat sich verändert", stellte Gudrun Harlfinger, Fachstellenleiterin "Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren", in ihrem Vortrag zum betrieblichen Ge­sundheitsmanagement heraus.
Depressi­on und Stresssymptome seien auf dem Vormarsch, "die Volkskrankheit Num­mer eins im Jahr 2030", so Harlfinger - ein heikles Thema. Rund 80 Teilnehmer besuchten die Fachtagung zum Thema Arbeitsschutz im Gocher Sporthotel De Poort.

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