23.10.2009
Neue Ruhr - Zeitung, Essen
Weil Sicherheit auch Qualität ist
Rund 80 Unternehmer und Führungskräfte kamen zur Fachtagung der Genossenschaften in Goch zusammen
Katrin Reinders
Goch. Sie wollten mitbestimmen und haben für mehr Sicherheit gesorgt: die vier Azubis aus dem Klever Hause KHS (Kisters). Denn Malte Vervoorst, Johann Sartison, Paul Becker und Tim Oster entwickelten einen Verbesserungsvorschlag für den sicheren Transport der Maschinen, "um Quetschgefahren zu verhindern", wie Silke Otto, Dienststellenleiterin bei der Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft in Düsseldorf, gestern erklärte.
Denn um die Sicherheit auf der Baustelle, bei der Montage und in den Unternehmen drehte sich die Fachtagung Arbeitsschutz im Sporthotel De Poort in Goch. Rund 80 Teilnehmer aus dem gesamten Kreis Kleve und weit darüber hinaus lauschten dort den Referenten, die Wichtiges rund um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz vortrugen - weil sie "die Qualität des Arbeitsprozesses entscheidend mitbestimmen", lautete das Fazit.
Erschreckende Bilanz vor dem Hintergrund der Tagung bildet ein Anstieg von meldepflichtigen Unfällen in den Betrieben der Maschinenbau- und Metall- sowie Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaften, ebenso wie in der BG Energie, Textil, Elektro. Um sechs Prozent nahmen die Unfälle in 2008 im Vergleich zum Vorjahr zu -"Unfallschwerpunkte bilden ganz klar die Baustellen: Abstürze von Gerüsten stehen an erster Stelle", so Otto.
Deshalb legen die Berufsgenossenschaften seit vielen Jahren schon großen Wert darauf, Unternehmer und Führungskräfte für die Sicherheit im Betrieb zu sensibilisieren und Mitarbeiter gut geschult ihren Beruf ausüben zu lassen. Mit Info-Schriften, Schulungen und Co. mache man Unternehmen aufmerksam und lasse das Thema Sicherheit nicht aus den Augen, erklärte Eduard Tigges von der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro.
"KHS ist dafür ein gutes Beispiel", so Ralf Claessen, Gewerkschaftssekretär und Betriebsrat der IG-Metall Krefeld.
Und noch etwas gehört dazu: die psychologische Belastung. Denn die habe in jüngster Zeit ebenfalls zugelegt, "die Arbeitswelt hat sich verändert", stellte Gudrun Harlfinger, Fachstellenleiterin "Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren", in ihrem Vortrag zum betrieblichen Gesundheitsmanagement heraus.
Depression und Stresssymptome seien auf dem Vormarsch, "die Volkskrankheit Nummer eins im Jahr 2030", so Harlfinger - ein heikles Thema. Rund 80 Teilnehmer besuchten die Fachtagung zum Thema Arbeitsschutz im Gocher Sporthotel De Poort.

